Klassische Homöopathie nach Samuel Hahnemann
 

Wie sieht eine homöopathische Untersuchung aus?
 

Bei der homöopathischen Therapie sind alle Aspekte die ein Lebewesen ausmachen von Bedeutung. Dazu gehören sowohl alle klinischen Krankheitssymptome als auch typische Verhaltensweisen, Aussehen, Vorlieben, Abneigungen usw. Alles zusammen ergibt ein Gesamtbild, welches dazu beiträgt, dass individuell passende Arzneimittel für Ihren Liebling bestimmen zu können.

Dieser Vorgang ist die so genannte Erstanamnese bei der alle Besonderheiten, frühere und aktuelle Erkrankungen und deren Verläufe erfasst werden. Für diese Erstanamnese sollten sie 1-2 Stunden Zeit einräumen, in denen ein möglichst ungestörtes Gespräch stattfinden kann.
 

Was kann ich als Besitzer tun, um die Untersuchung zu unterstützen?
 

Sollten im Vorfeld tierärztliche Untersuchungen stattgefunden haben, ist es hilfreich, wenn die Ergebnisse bei der Erstanamnese vorliegen. Wenn eine gesicherte Diagnose vorliegt ist diese bei der homöopathischen Therapie von Nutzen, um den Krankheitsverlauf besser beurteilen zu können. Die klinische Diagnose allein ist allerdings für die Mittelfindung selbst nicht von Bedeutung. Wichtig sind die Daten von Impfungen, Entwurmungen, Behandlungen, Operationen usw. und wie Ihr Tier darauf reagiert hat.
 

Wie sieht eine homöopathische Behandlung aus?
 

Nach der Erstanamnese wird mittels der Symptome das passende Arzneimittel herausgesucht (repertorisiert), das kann 1-2 Tage in Anspruch nehmen. anschließend wird das entsprechende Arzneimittel je nach Potenz 1x verabreicht oder es wird täglich verabreicht. Dabei sollte darauf geachtet werden, die Globuli in etwas Wasser aufzulösen und nicht direkt vor oder nach der Fütterungszeit zu verabreichen. Außerdem sollte die Gabe, vor allem wenn sie täglich erfolgt, möglichst stressfrei für den Patienten durchgeführt werden. Manche Hunde lecken das leicht süßlich schmeckende Arzneimittel-Wassergemisch freiwillig von der Handfläche ab, bei Katzen kann es manchmal helfen das aufgelöste Mittel tropfenweise aufs Pfötchen oder ins Fell zu geben, so dass es aufgeleckt wird.
 

Was kann ich als Besitzer tun, um die Behandlung zu unterstützen?
 

Nach der Mittelgabe haben Sie als Besitzer eine ausgesprochen wichtige Funktion bei der homöopathischen Behandlung Ihres Lieblings. Da echte Heilung ein Prozess ist, sind Sie nun gefordert Ihr Tier genauestens zu beobachten. Wobei es keineswegs nur darum geht festzustellen ob z. B. der Hautausschlag besser wird oder nicht, sondern sämtliche Aspekte, die bei der Anamnese erfasst wurden sind auch jetzt zu berücksichtigen, z. B. die psychische Verfassung - ist Ihr Tier munterer oder gar phlegmatischer geworden? Haben sich bestehende Symptome verbessert oder verschlechtert? Sind neue bzw. alte bereits vergessene Symptome hinzu gekommen? All dies sollten sie genau erfassen und ggf. auch mit Datum notieren, um so einen Überblick über den Heilungsverlauf geben zu können. Das Wichtigste dabei: Teilen Sie mir Ihre Beobachtungen regelmäßig telefonisch mit!!

Nur so kann ich als Therapeut entscheiden, ob eine Mittelgabe wiederholt oder die Potenz erhöht werden muss oder ob ggf. ein Nachfolgemittel gegeben werden muss. All das ist bei einer homöopathischen Behandlung nicht vorhersagbar, weil jeder Patient auf seine ganz spezielle Weise auf ein Mittel reagiert. Bei dem einem reicht vielleicht eine einfache Gabe aus und er wird langsam aber sicher ganz gesund. Das ist natürlich der Idealfall, und bei reaktionsfähigen, wenig vorgeschädigten Patienten und dem richtigen Mittel kommt es durchaus auch vor. Leider sind die Patienten die dem Homöopathen vorgestellt werden in der Regel schon mehrfach vorbelastet und haben bereits eine kleine Krankheitsodyssee hinter sich. Diese Tiere praktisch auf einen Schlag heilen zu können ist ausgesprochen unwahrscheinlich bis unmöglich. Da ist tatsächlich die Beobachtungsgabe von Besitzer und das Wissen und die Erfahrung des Therapeuten gefragt sowie auch die nötige Geduld, um der Heilung die Zeit zu geben, die sie braucht.

Homöopathie ist keine Wundermedizin, die chronisch geschädigte Patienten über Nacht wieder gesund macht (auch wenn es manchmal danach aussieht). Homöopathie ist in der durchaus wunderbaren Lage den Körper dazu anzuregen, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren und in die richtigen Bahnen zu lenken. So etwas dauert seine Zeit und funktioniert nach festen Gesetzmäßigkeiten, und genau um diese richtig beurteilen zu können ist ein regelmäßiges Feedback unerlässlich!

 

Was genau ist Homöopathie eigentlich?

Die Homöopathie ist eine eigenständige Arzneitherapie mit einer klar definierten Vorgehensweise. Sie wird seit über 200 Jahren von Ärzten und Nichtärzten bei akuten wie chronischen Erkrankungen angewendet. Der Name setzt sich aus den griechischen Wörtern "Homoion" (= ähnlich) und "Pathos" (= leiden) zusammen. Die Homöopathie beruht auf einem Naturgesetz: "Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt". Das bedeutet, eine Arznei kann bei einem Gesunden bestimmte Krankheitssymptome hervorrufen. Wenn nun ein Kranker ähnliche Symptome hat wie die, welche von der Arznei beim Gesunden hervorgerufen werden, so kann dieses Arzneimittel seine Krankheit heilen.

Die Homöopathie wurde durch den sächsischen Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) ins Leben gerufen, der sie systematisch nach wissenschaftlichen Kriterien entwickelte, womit sie zu einer lehr - und lernbaren Methode wurde. So beruht die Homöopathie auf den von ihm gefundenen und formulierten Gesetzen.

 

Man kann die Homöopathie auch als Reiztherapie bezeichnen, welche die Selbstheilungskräfte des Organismus aktiviert bzw. in die richtigen Bahnen lenkt.
Krankheit wird in der Homöopathie nicht als isoliertes Geschehen betrachtet, welches nur ein einzelnes oder mehrere Organe betrifft (so als sei z. B. nur der Magen krank), sondern als Ausdruck einer Störung des ganzen Organismus. Die Homöopathie betrachtet einen Kranken immer in seiner Gesamtheit, wozu auch Gemütsverfassung, Lebensgewohnheiten usw. gehören.


 

Was ist eine "Arzneimittelprüfung" und warum führt man diese durch?


Hahnemann fand, zunächst in Selbstversuchen, heraus, dass jeder Stoff, wenn er von Gesunden eingenommen wird, bestimmte Beschwerden und Befindensveränderungen hervorruft. Diese Beschwerden sind kennzeichnend für die Wirkung des jeweiligen Stoffes, und er kann nach dem Ähnlichkeitsgesetz die Symptome, die er bei einem gesunden Menschen hervorruft, bei einem Kranken auch heilen. So nahmen Hahnemann und seine Schüler (mitunter auch seine leidgeprüfte Familie) Arzneistoffe selbst ein, bis sie an sich selber Krankheitssymptome bemerkten und notierten sie sehr genau. Diese Sammlung der Symptome verschiedener "Prüfer" eines Arzneistoffes ergab so ein sehr genaues Bild des Wirkungsspektrums des Mittels, das man Arzneimittelbild nennt. Bis heute sind über 1000 verschiedene Arzneien mehr oder weniger gut geprüft, es gibt Mittel, von denen man an die 3000 einzelne Symptome in den Arzneimittellehren finden kann.
 

Was ist ein Symptom im Sinne der Homöopathie?

Bei der Tierhomöopathie ergibt sich ein Problem in der Tatsache, dass oftmals die wichtigsten Symptome die der Empfindungen sind, z. B.: "Gefühl als würde ein Messer im Rücken stecken", "ein Brennen in den Fußsohlen wie von glühenden Kohlen" u. ä., diese Form der Symptome bleiben dem Tiertherapeuten leider verborgen, so dass alle anderen wahrnehmbaren Krankheitszeichen umso wichtiger werden und eine entsprechend gute Beobachtungsgabe vom Besitzer voraussetzen.
Krankheiten machen sich uns am unmittelbarsten durch ihre Symptome bemerkbar, welche nach Hahnemann ein nach außen reflektiertes Bild des inneren Gesamtleidens darstellen.
Ein Symptom kann aus mehreren Komponenten bestehen: Ein Krankheitssymptom bemerken wir z. B. an einem bestimmten Ort im Körper (Lokalisation) und vielleicht erstreckt es sich noch irgendwohin (Erstreckung). Es kann zu bestimmten Zeiten auftreten wie z. B. immer um 11:00 Uhr oder nur nachts... (Zeit), es kann evtl. durch bestimmte Umstände besser oder schlechter werden oder überhaupt nur unter bestimmten Umständen auftreten, z. B. besser an der frischen Luft, schlechter im geschlossenen Raum, oder nur Schmerzen, wenn es feuchtkalt draußen ist... (Modalitäten). Auch ist es möglich, dass sich immer gleichzeitig etwas anderes bemerkbar macht, ohne dass ein Zusammenhang offensichtlich ist, z. B. Durchfall besser wenn Hautausschlag auftritt.
 

Wie schnell wirken die in der Homöopathie eingesetzten Arzneimittel?

 

Auf diese Frage kann man keine allgemeingültige Antwort geben. Das hängt von der Natur der Krankheit ab: ob akut oder chronisch, ob schon lange andauernd oder erst kürzlich entstanden usw.. Ebenso bestehen Abhängigkeiten von der Konstitution des Patienten und von dem gegebenen Mittel. Arzneimittel brauchen je nach ihrer Eigenart verschieden lange Zeit, um ihre Wirkung auf den Organismus zu entfalten, oder andersherum betrachtet reagiert der Organismus auf gewisse Arzneimittel sehr schnell, auf andere langsamer, was sich vor allem bei der Behandlung chronischer Krankheiten bemerkbar macht.

Wurde das richtige Mittel gewählt, kommt es häufig schon nach relativ kurzer Zeit zu einem verbesserten Allgemeinbefinden, ohne dass sich deshalb die offensichtlichen Symptome verändert oder verbessert haben müssen. Eine Heilung erfolgt in der Regel von innen nach außen, d. h. wenn der Patient "besser drauf" ist, der Hautausschlag dabei aber unverändert oder sogar schlechter geworden, ist das ein Zeichen, das die Heilreaktion eingetreten ist. Die weitere Entwicklung muss genau beobachtet werden, denn eine erneute Gabe des Mittels wird erst erforderlich, wenn die Heilentwicklung stagniert oder zurück geht.

Auch ein guter Homöopath findet eine heilende Arznei für eine chronische Krankheit nicht immer auf Anhieb, manchmal können auch 2 oder 3 Mittel nötig sein, bis man bei der Behandlung einer chronischen Krankheit einen wirklichen Fortschritt sieht, vor allem wenn diese schon lange besteht und bis jetzt alles mögliche ausprobiert wurde. Demzufolge kann eine erfolgreiche homöopathische Behandlung von Tieren nur mit intensiver Mithilfe des Besitzers funktionieren, der seinen Therapeuten über die Befindlichkeit seines Patienten auf dem laufenden hält, damit dieser entsprechend reagieren kann.

Der Unterschied zur Schulmedizin: Die Schulmedizin unserer Zeit ist trotz aller schätzenswerter Fortschritte bis heute kaum in der Lage, chronische Krankheiten wirklich zu heilen, sondern kann höchstens Linderung verschaffen. Vollständige Heilung ist natürlich auch nicht immer möglich, z. B. nach der Entfernung von Organen. So ist es z. B. nach Entfernung der Schilddrüse unverzichtbar, Schilddrüsenhormone einzunehmen (Substitutionstherapie). In der Schulmedizin sucht man in der Regel nach einem Medikament gegen bestimmte Symptome, ohne sich um den Rest des Körpers zu kümmern. In der Homöopathie wird nach dem Mittel für den Patienten gesucht, um ihn in seiner Gesamtheit wieder ins Gleichgewicht zu bringen und seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Während in der Schulmedizin mit der Diagnose (z. B. Allergie) auch meist schon die Behandlung feststeht, fängt in der Homöopathie damit die Arbeit erst an.
 

Was kostet eine homöopathische Therapie?
 

Ausführliche Anamnese und Untersuchung inkl. Repertorisation  80,00 Euro
 

Anfahrt innerhalb 10 km frei, ab 11 km  0,50 Euro pro einfache Fahrt          
 

Telefonische Beratung im Rahmen der Therapie kostenfrei